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EU-Energiekommissar Günther H. Oettinger zu Gast bei der Unternehmensgruppe fischer

Die Energie-Zukunft Europas

Waldachtal, 20. Mai 2011 – Europa muss noch mehr zusammenwachsen: Dies war eine der Kernbotschaften von EU-Kommissar Günther H. Oettinger beim neunten fischer forum Waldachtal.

Zunächst hieß es jedoch für die knapp 300 Gäste am Stammsitz in Tumlingen: Warten. Denn aufgrund seines vollen Terminkalenders hatte sich der prominente Gast aus Brüssel verspätet. Also stieg der Gastgeber des Abends und Inhaber der Unternehmensgruppe fischer, Professor E.h. Klaus Fischer, kurzerhand selbst aufs Podium. Er überbrückte die Zeit mit einer spannenden und kurzweiligen Unterhaltung mit Moderator Jürgen Offenbach, dem ehemaligen Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichte. Sie diskutierten über aktuelle Themen wie Bildung, Forschung und Entwicklung sowie den momentanen Fachkräftemangel in der Wirtschaft. Die Diskussion über erneuerbare Energien und entsprechende Subventionen bereitete schließlich einen hervorragenden Einstieg für Günther Oettinger, der wenig später mit seinem zwölfjährigen Sohn Alexander das Betriebsrestaurant betrat.

Für das Warten wurden die Gäste schnell entschädigt. Das Publikum erlebte einen bestens aufgelegten und schlagfertigen Gast, der faktenreich und dynamisch über die von Jürgen Offenbach angesprochenen Themen sprach.

Der EU-Kommissar für Energie machte deutlich, dass er sich dafür einsetzt, Europa in Punkto Energieversorgung enger zusammenwachsen zu lassen. Schon seit einiger Zeit drängt er auf einen raschen Ausbau des Energie-Binnenmarkts. Thema der Diskussion waren auch die geplanten Stresstests für die europäischen Atomkraftwerke und die Schließung sicherheitstechnisch bedenklicher AKW. Mit viel Begeisterung sprach der ehemalige Landesvater über die Nutzung erneuerbarer Energien, nannte positive Beispiele aus dem europäischen Raum und stellte seine Ideen vor, wie die Energieversorgung der Zukunft aussehen könnte: Windkraft aus dem Norden, Sonnenenergie aus Südeuropa und Nordafrika, für die nächsten 100 Jahre zudem Gas aus dem Kaukasus. Als Energielieferanten der Zukunft hätten die Staaten in den genannten Regionen zudem eine bessere wirtschaftliche Perspektive.

Welche Belastungen das Amt als EU-Kommissar mit sich bringt, wurde deutlich, als Günther Oettinger seinen Alltag schilderte: Termine in drei Ländern an einem Tag, nur wenige Nächte pro Monat in Brüssel, noch seltener in Stuttgart. Dennoch verbringt der 58-jährige Politiker so viel Zeit wie möglich im Ländle. Auch die Landespolitik hat den ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg noch nicht ganz losgelassen. Das wurde deutlich, als er sich über den Regierungswechsel oder über aktuelle Themen wie Stuttgart 21 und ein mögliches Tempolimit auf baden-württembergischen Autobahnen ausließ. Er ermunterte die Gäste dazu, das Stuttgart 21 als Chance zu sehen – und erntete damit viel Beifall vom Publikum. Viel Applaus gab es auch für den Vortrag der beiden DH-Studenten Yvonne Sikorski-Rau und Kevin Greule von fischer, die unterhaltsam den Lebenslauf von Günther Oettinger vorstellten. Sichtlich erfreut war der forums-Gast auch über das Geschenk, das ihm nach dem Podiumsgespräch die beiden Auszubildenden Kevin Volz und Julien Wohlfahrt überreichten. Sie hatten einen Fahrzeugantrieb mit Zweiganggetriebe gebaut, der – zum Thema das Abends passend – von einem Solarpanel und einer Brennstoffzelle von fischertechnik mit Energie versorgt wird.

Beim anschließenden Imbiss hatten die Gäste die anfängliche Verzögerung fast schon wieder vergessen und ließen den Abend in angenehmer Atmosphäre im hauseigenen Betriebsrestaurant ausklingen.