Über 150 Gäste beim Erzählabend
Phantasie und Sprache fördernWarum weint Tante Wu in einem fort? Und was macht der Papagei in der Kuckucksuhr? Nur zwei von vielen Fragen, denen drei Berufserzähler beim Erzählabend der Unternehmensgruppe fischer mit viel Phantasie nachgegangen sind. Über 150 Gäste waren zu der Veranstaltung nach Tumlingen gekommen – vor allem Erzieherinnen und Eltern der sieben Kindergärten, die fischer im Rahmen des Wissensfabrik-Projekts „Erzählwerkstatt“ fördert.
Geschichten machen Kinder stark. Erzählungen regen nicht nur die Phantasie an. Sie erlauben auch, mit den Helden Abenteuer zu bestehen und große Herausforderungen zu meistern. So zielt das Projekt „Erzählwerkstatt“ darauf, die Erzählkultur nachhaltig zu fördern. Das Projekt der Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland, deren Gründungsmitglied fischer ist, macht Kinder neugierig, befähigt sie zum Zuhören und Mitfühlen, fördert gegenseitiges Lernen und Ausdrucksfähigkeit.
Sieben Kindergärten in Waldachtal und Horb mit mehr als 350 Kindern werden in dem auf eineinhalb Jahre angelegten Projekt mit jeweils 17 000 Euro gefördert. „Über die Zukunftsfähigkeit unseres Standortes entscheiden Bildung und Ausbildung. Dazu zählen immer mehr auch sprachliche Fähigkeiten. Diese wollen wir möglichst früh in den Kindergärten fördern“, begründet Professor E.h. Klaus Fischer, Firmenchef und Eigentümer der Unternehmensgruppe fischer, sein Engagement. Besonders wichtig sei die Sprachförderung auch bei Kindern mit Migrationshintergrund. Neben Erzählveranstaltungen bildet die in zwei Blöcke geteilte und jetzt gestartete Schulung der über 30 Erzieherinnen den Kern des Projekts. Dabei sollen diese selbst in die Lage versetzt werden, fesselnde Geschichten zu erzählen.
Wie viel Spaß das Geschichtenerzählen auch Erwachsenen bereiten kann, davon konnten sich die eingeladenen Erzieherinnen und Eltern beim fischer-Erzählabend überzeugen. Auf unterschiedlichste Weise nahmen die drei Profi-Erzähler ihre Zuhörer mit auf ihre phantasie- und humorvollen Reisen. Der Niederländer Marco Holmer, der seine Geschichten beim Erzählen ersinnt, verriet, wie Tante Wu mit ihren Tränen eine Reispflanze vorm Verdursten bewahrte. Gidon Horowitz befreite mit Hilfe eines Stinkkäfers den kleinen Hans aus den Fängen der bösen Stiefmutter und eines arglistigen Flötenspielers. Und Thomas Hoffmeister-Höfener machte nicht nur Tante Tillys Kuckucksuhr aus Brasilien zum vergnüglichen Erlebnis. Er verriet auch, wie Gott die Ente erschuf – weil er etwas Lustiges machen wollte. Beim Besuch von Bundespräsident Horst Köhler Mitte April hatte er bereits pointenreich erzählt, wie die Enten zu ihren breiten Schnäbeln gekommen waren. Das Faible für Enten hat er im Übrigen von seiner Tochter Pauline übernommen – was zeigt, dass auch die Erwachsenen durchaus von den Kindern lernen können. |