2. fischer forum Waldachtal mit dem Vizepräsidenten der EU-Kommission
Verheugen: EU ist nicht groß genug! Der Brüsseler Politiker Günter Verheugen verteidigte beim 2. fischer forum Waldachtal die Erweiterung der Europäischen Union. Mehr noch: sie geht ihm nicht weit genug. „Wir sind mit unserem Markt noch nicht groß genug, um im Wettbewerb mit den anderen regionalen Kraftzentren dieser Welt zu bestehen.“
Firmenchef Klaus Fischer hatte knapp 200 Gäste aus Politik und Wirtschaft im fischer-Stammwerk in Waldachtal-Tumlingen willkommen geheißen. Er begrüßte den EU-Industriekommissar als ein „prägendes Gesicht in der deutschen und europäischen Politik“. Die Unternehmen hätten vieles selbst in der Hand, um die Potenziale auch hierzulande auszuschöpfen, aber die Rahmenbedingungen müssten stimmen.
Wie auch beim 1. fischer forum im Juni führte der ehemalige Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten, Jürgen Offenbach, das Gespräch. Der Journalist stellte an Günter Verheugen Fragen zu aktuellen Themen wie zur Finanzkrise, zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und zur Zukunft der Automobilindustrie.
„Wir wissen nicht, welche Risiken noch auf uns warten“, sagte Verheugen zum Thema Finanzkrise, „aber für Deutschland sehe ich ein knappes positives Wachstum.“ Jetzt gehe es wesentlich darum, Stabilität und Vertrauen in die europäischen Banken zurückzugewinnen und den Unternehmen bürokratischen Freiraum zu schaffen.
Die beiden Azubis Myriam Socha und Arne Bocks ergänzten das Gespräch mit kurzen Vorträgen zum Lebenslauf von Günter Verheugen und befragten ihn zu Details seiner Karriere. In der abschließenden Publikumsrunde nahm der Gast aus Brüssel Stellung zu den Fragen von Michael Theurer, Landtagsabgeordneter und Oberbürgermeister von Horb, Joachim Schielke, Vorstandsvorsitzender der BW Bank, und Stefan Mappus, Vorsitzender der CDU Landtagsfraktion in Stuttgart.
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