Baden-württembergischer Finanzminister Willi Stächele zu Besuch bei fischer
Beeindruckt vom schlanken UnternehmenTumlingen/Horb, 6. Oktober 2008 – Auf Einladung von Firmenchef Klaus Fischer hat am Montag der baden-württembergische Finanzminister Willi Stächele die fischer-Standorte Tumlingen und Horb besucht. Besonders beeindruckt zeigte sich der CDU-Politiker dabei von der konsequenten Umsetzung der fischer-Unternehmensphilosophie vom schlanken Unternehmen.
Bei dem Besuch ließ sich Stächele, der vom Freudenstädter Landrat Peter Dombrowsky und vom Waldachtaler Bürgermeister Heinz Hornberger begleitet wurde, das fischer-Automotivewerk in Horb zeigen. Dort erklärte ihm Firmeninhaber Klaus Fischer die Besonderheiten des fischer ProzessSystems (fPS), das auf kontinuierlicher Verbesserung, schlanken Prozessen und handlungsfähigen Mitarbeitern basiert. Für diesen Ansatz, den fischer vor Jahren in Anlehnung an das Toyota-Produktionssystem entwickelt hat, ist das Horber Stammwerk von fischer automotive systems vor wenigen Wochen mit dem renommierten Lean Production Award ausgezeichnet worden. Klaus Fischer machte dem hochrangigen Besuch deutlich, dass solche Ansätze zur Prozessoptimierung nicht nur in der privaten Wirtschaft ein riesiges Potenzial besitzen: „Auch in der öffentlichen Verwaltung könnte die Effizienz damit um 50 Prozent gesteigert werden.“
Im persönlichen Gespräch mit dem Finanzminister des Landes ging Unternehmer Fischer auch auf wirtschaftspolitische Themen ein, die dem Mittelstand auf den Nägeln brennen. Angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise, die zunehmende Auswirkungen auf die Realwirtschaft entwickle, mahnte Fischer eine strengere Kontrolle des Finanzsektors an. Er erneuerte seine Forderung, das Gesetz zur Besteuerung von Funktionsverlagerungen ins Ausland dringend zu überarbeiten: „In seiner derzeitigen Form führt das Gesetz fast unweigerlich zu einer Doppelbesteuerung von ins Ausland vergebener Produktion. Letztlich werden die Unternehmen dadurch gezwungen, auch Entwicklungstätigkeiten zu verlagern.“
Mit Blick auf die Reform der Erbschaftssteuer, die derzeit in Berlin diskutiert wird, warnte Klaus Fischer davor, eine Regelung zu beschließen, die im Härtefall für einzelne Familienunternehmer zu einer deutlichen Mehrbelastung gegenüber der bisherigen Regelung führen würde: „Es wäre sehr kurzsichtig, hier nur auf schnelle Steuereinnahmen zu schielen. Langfristig würde ein solches Gesetz dem Mittelstand schaden – und damit dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft.“ |