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Horber Stammwerk gewinnt begehrten Lean Production Award

Auszeichnung für fischer automotive

Effiziente Prozesse, eine durchgängige Verbrauchssteuerung, transparente Einbindung und Schulung der Mitarbeiter sowie das persönliche Engagement von Firmeninhaber Klaus Fischer waren mit ausschlaggebende Kriterien für das Votum der unabhängigen Jury. Diese hat unter insgesamt mehr als 100 Bewerbungen die jeweils besten Unternehmen in den verschiedenen Kategorien gekürt. Der Benchmark-Wettbewerb wurde zum dritten Mal von der Fachzeitschrift Automobil-Produktion und der Unternehmensberatung agamus consult durchgeführt. "Die Auszeichnung zeigt, dass der Weg, den wir vor acht Jahren mit der kontinuierlichen Verbesserung unserer Prozesse und dem fischer ProzessSystem eingeschlagen haben, der richtige war. Wir ernten die Früchte unserer harten Arbeit, die mit dem Lean Award nun auch Anerkennung von außen erfährt", kommentiert Klaus Fischer, Geschäftsführungsvorsitzender der Unternehmensgruppe fischer, das Ergebnis.

Bei fischer automotive war vor acht Jahren damit begonnen worden, nicht nur die Produktion, sondern sämtliche Prozesse in Anlehnung an das Toyota-Prozesssystem umzugestalten. Das daraus entwickelte und in Horb konsequent umgesetzte fischer ProzessSystem (fPS) basiert im Kern auf kontinuierlicher Verbesserung, handlungsfähigen Mitarbeitern, stabilen Prozessen und Just-in-Time-Prinzipien. Ziel ist es, Verschwendung möglichst zu vermeiden und alle Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglichst schlank ("lean") und effizient zu gestalten. "Wir versuchen alles zu eliminieren, was dem Kunden keine Wertschöpfung bringt", beschreibt Klaus Fischer das Prinzip.

Wer durch die fischer-automotive-Produktion in Horb geht, erkennt vielleicht nicht sofort die preiswürdigen Details, die das Werk auszeichnen. So wird die Produktion nicht etwa über ein aufwendiges IT-System gesteuert, sondern über ein durchgängiges Kartensystem (japanisch: Kanban). Über sie werden die komplette Fertigung und alle begleitenden Prozesse gesteuert. Dies ermöglicht einen vom Kunden gezogenen Produktionsprozess: Wird Ware vom Kunden abgerufen, löst dies einen neuen Fertigungsauftrag aus.
Dies stellt sicher, dass erst auf Kundenanforderung produziert wird und hohe Lagerbestände vermieden werden. Abweichungen vom Soll werden in allen Bereichen an speziellen Kanbantafeln visualisiert, Probleme damit sofort sichtbar gemacht. Selbst das Büromaterial ist Kanban-gesteuert.

Solche Prozesse erfordern natürlich ein Höchstmaß an Flexibilität, weil immer schnell auf die Kundenbedürfnisse reagiert werden muss. Deshalb hat fischer automotive vor Jahren damit begonnen, komplexe Fertigungsanlagen durch einfachere Tools zu ersetzen. Schon in der Planung wird dies berücksichtigt. Wo früher noch mehr Roboter zum Einsatz kamen, verrichten heute einfachere, vom eigenen Sondermaschinenbau hergestellte Anlagen ihren Dienst. Die Vorteile dieser so genannten Low Cost Intelligent Automation (LCIA) liegen auf der Hand: geringere Investitionskosten, höhere Flexibilität bei kurzfristigen Änderungen und kein vollständiger Stillstand in der Produktion, wenn eine Anlage einmal ausfällt. Die Rüstzeiten an den Maschinen, also der Wechsel der Werkzeuge, wurde deutlich reduziert, so dass auch verschiedene Produkte in kleineren Stückzahlen ohne große Stillstandzeiten nacheinander gefertigt werden können. Und früher vollautomatisierte Logistikzüge, die die Fertigungslinien mit Teilen beliefern, sind heute wieder mit Mitarbeitern besetzt, da diese einfach schneller und flexibler auf unvorhergesehene Abrufe reagieren können.

Der Schlüssel zum Erfolg sind jedoch vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Sie sind das größte Kapital und der wichtigste Erfolgsfaktor in unserem Unternehmens nicht die Anlagen und Gebäude", sagt Klaus Fischer. Sie sind es, die mit ihren Vorschlägen die kontinuierliche Verbesserung vorantreiben. "Niemand weiß doch besser, was am Arbeitsplatz funktioniert und was nicht, als die Mitarbeiter selbst. Ihr Wissen ist es, was uns voranbringt, was uns stark macht", so der Firmeninhaber.

Auch in Horb stehen die Mitarbeiter im Mittelpunkt. In regelmäßigen und gut besuchten Workshops werden ständig Verbesserungsvorschläge erarbeitet und sofort umgesetzt. Wenn eine schnelle Veränderung erforderlich ist, wird in so genannten Speed-"Kaizens" (Verbesserung) gleich ein Lösungsvorschlag erarbeitet. Ziel der kontinuierlichen Verbesserung ist es nicht, die Arbeit zu verdichten, sondern sie so zu gestalten, dass die Beschäftigten möglichst effizient arbeiten können. Eine besondere Rolle kommt dabei den Führungskräften zu, die als Vorbild und Coach für die Umsetzung des fischer ProzessSystems verantwortlich sind.

Die fPS-Prinzipien werden in Horb durchgängig angewendet - von der Entwicklung über die Produktion bis hinein in die administrativen Bereiche. Auch in den anderen Werken von fischer automotive in Tschechien und China gelten die gleichen fPS-Standards. Eine Stärke des Automobilzulieferers ist die hohe Wertschöpfungstiefe. Selbst die Werkzeuge für die Spritzgussmaschinen und die Sondermaschinen für die Produktion werden im eigenen Unternehmen hergestellt.

Trotz des Lean Awards gibt sich Firmenchef Klaus Fischer jedoch noch nicht zufrieden: "Diese herausragende Auszeichnung muss für uns zusätzlicher Ansporn sein, unsere Ziele noch konsequenter zu verfolgen und unsere Prozesse weiter zu optimieren. Wir müssen zu den Allerbesten der Branche gehören, um im harten Wettbewerb den Standort Deutschland erhalten und weiter ausbauen zu können."
Der Preis wird im Rahmen des 3. Fachkongresses Automotive Lean Production am 25. und 26. November 2008 in Stuttgart übergeben.

fischer automotive systems entwickelt und produziert hochwertige Ablagesysteme, Kinematikkomponenten und Lüftungsdüsen für den Fahrzeuginnenraum. Im Stammwerk in Horb sind rund 600 Mitarbeiter beschäftigt, weitere Produktionsstätten betreibt fischer automotive in den USA (Auburn Hills), in Tschechien (Vyskov) und in China (Taicang). Zu den Kunden zählen nahezu alle großen Automobilhersteller, vor allem die deutschen Premiumhersteller. fischer automotive gehört zur Unternehmensgruppe fischer (Waldachtal), einem inhabergeführten Familienunternehmen mit weltweit 3800 Mitarbeitern und den Unternehmensbereichen Befestigungstechnik, Automotive, Konstruktionsspielzeug (fischertechnik) und Prozessberatung.
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