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Mittwoch, 1. November 2006

Architektur, Lichtkunst und Klang vereinigt

Reduktion auf den Ort

Der U-Bahnhof Bochum-Lohring vereinigt Architektur, Lichtkunst und Klang. Wesentliche Gestaltungselemente einer der größten stützenfreien U-Bahn-Stationen Deutschlands werden von Befestigungen von fischer gehalten.

Die im Wettbewerb 1997 siegreichen Bochumer Architekten Rübsamen + Partner haben einen Entwurf geschaffen, der sich ganz auf die räumliche Wirkung konzentriert, während das Gewölbe vollständig unangetastet bleibt. Stattdessen nimmt ein gläserner Boden die Beleuchtung auf, an dessen Ende eine mächtige rote Wand mit gelbem Lichtkreuz den lang gestreckten unterirdischen Raum abschließt.

In den Entwurf integriert sind ein Konzept der Düsseldorfer Künstlerin Eva-Maria Joeressen sowie eine Echtzeit-Klang-installation des Komponisten Klaus Kessner. Architektur, Lichtkunst und Klang vereinigen sich zu einem geschlossenem Ganzen, das keine Werbetafeln oder Infoscreens stört.

Die unterirdische Halle von rund 90 Meter Länge weist mit einer Breite von knapp 19 Metern und rund 14,50 Meter Höhe einen der größten Querschnitte auf, die im freien unterirdischen Vortrieb erstellt wurden. Das Terrain steigt leicht an und schwingt in sanfter Krümmung nach rechts. "Einseitig erschlossen, eröffnet das immense Volumen dem herabsteigenden Passanten eine eindrucksvolle Perspektive", sagt Architekt Dipl.-Ing Holger Rübsamen. "Darum haben wir uns dafür entschieden, die Bewahrung des räumlichen Eindrucks selbst ins Zentrum unseres Entwurfs zu stellen."

Um die Decke von allen Installationen freizuhalten, verlegten die Architekten über die gesamte Länge der Halle einen gläsernen, die Beleuchtung aufnehmenden Fußboden aus laminiertem Glas, dessen rutschfeste Oberfläche spezifisch für dieses Projekt entwickelt wurde. Die Glasscheiben werden auf runden, justierbaren Stelzenlagern mit Neoprenpuffer punktförmig gelagert. Die Halter der Stelzenlager werden mit 3 600 Upat UMV multicone Verbundanker M 12/80 und 160 Upat UMV multicone Verbundanker M 16/30 aus Edelstahl A4 verankert. Die Konstruktion nimmt eine Verkehrslast von 5 kN/m2 auf und kann damit auch von Rettungsfahrzeugen befahren werden.

Von der 550 m2 großen Leuchtfläche des Bahnsteigs strahlt das Licht indirekt in die Höhe. Sämtliches Mobiliar, ein gläserner Aufzugkubus und die Beschilderung wurden nach Entwürfen der Architekten darauf errichtet.

Das Gewölbe selbst wurde vollständig auf einer Fläche von 2020 m² mit graugrünlich schimmernden und aus Gründen des Schallschutzes fein gelochten Aluminiumblechen verkleidet, deren längs gerichteter Fugenschnitt die Gestrecktheit der Halle stützt. Zum Einsatz kam dabei ein neu entwickeltes Eloxalverfahren, das der homogenen Oberfläche einen leicht changierenden Farbeindruck verleiht.

Die Blechkassetten sind innerhalb der Nuten mit selbstbohrenden Schrauben auf die gerundete Unterkonstruktion aus Aluminium-Hutprofilen geschraubt und einzeln zu öffnen. Die Halter der Unterkonstruktion sind mit 2 500 fischer Langschaftdübeln SXS 10 x 16 F US aus Edelstahl A4 befestigt. Der fischer SXS ist der erste Langschaftdübel mit einer Zulassung als Einzelbefestigung in gerissenem Beton.

Gestützt wird die perspektivische Betonung des Raums durch zwei feine, geschwungene Lichtlinien unter der Gewölbedecke, die die Künstlerin Eva-Maria Joeressen als Gegenpol zum hell erleuchteten Boden und zur Geradlinigkeit der Gleise entwarf. Am Ende der lang gestreckten Halle scheinen sie sich mit den Armen eines gelben Lichtkreuzes zu verbinden, das Joeressen als abstrahiertes Bild der überirdischen Straßenkreuzung in die fast raumhohe, rote Wand integrierte: Das Kreuz wird zum Signet des Ortes, dessen räumlichen Abschluss es bildet und in dessen perspektivischem Fokus es steht.

Auch dieses Gestaltungselement ist in seiner vollen Wirkung erst durch eine Befestigungslösung von fischer möglich geworden. Die das Kreuz bildenden gelben Glaselemente werden von 60 fischer Punkthaltern FZP-G fixiert. Die Glaselemente bestehen aus 10 mm starken Einscheiben-Sicherheitsglas ESG-H mit hinterseitigem transluszentem Siebdruck. Wie eine Intarsie liegt das Glaselement flächenbündig in der Ebene der Email-Metall-Kassetten.

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Foto: Lukas Roth

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