Mittwoch, 14. Dezember 2011
Kranhaus Pandion Vista in Köln
Sicherer Halt in Leichtbeton
Die drei Kranhäuser am Rheinauhafen geben Köln ein neues Gesicht. Als letztes der drei Gebäude entstand das Pandion Vista der Architekten BRT Bothe, Richter, Teherani aus Hamburg. 133 Luxus-Wohnungen in Größen zwischen 60 und 400 Quadratmetern bieten einen spektakulären Ausblick auf Köln. Fenster- und Fassadenelemente wurden mit fischer Befestigungstechnik in Leichtbeton verankert.
Kranhäuser sind sie alle drei: die beiden Bürogebäude und das Wohnhaus. Sie sind rund 62 Meter hoch, 70,20 Meter lang und 33,75 Meter breit. Und sie heißen (von Nord nach Süd): „Pandion Vista“, „Kranhaus1“ und „KranhausPLUS“. Die lineare Struktur der umgedreht L-förmigen Kranhäuser definiert Kölns Skyline im Süden. Aus statischen Gründen war es notwendig, die „Stempel“, also die neungeschossigen Basistürme und die jeweils abstützenden schmalen Erschließungselemente im Baugrund miteinander zu verbinden. Aus diesem Grunde entstand die Gründung zusammen mit der rund 1,5 km langen Tiefgarage, die alle drei Kranhäuser miteinander verbindet.
Obwohl die drei Bauten sich sehr ähnlich sind, gibt es zwischen den beiden Bürohäusern und dem Pandion Vista erhebliche Unterschiede in der Fassadentechnik, der technischen Gebäudeausrüstung , der Architektur und der Tragwerksplanung. Beim der Fassade des Wohngebäudes dominieren die in den Etagen wechselnden Vor- und Rücksprünge der Loggien, die mit ihren gläsernen Brüstungen, neben den geschlossenen Metallfassadenelementen, eine dezente Transparenz erzeugen. Sämtliche Fassadenteile und -befestigungen wurden auf Grundlage eines für die drei Häuser aufgestellten Windgutachtens bemessen und ausgelegt.
Die Bürogebäude verfügen über eine Betonkernaktivierung. Beim Wohngebäude musste der Entwurf der tragenden Bauteile vollkommen neu betrachtet werden. Die Geschosshöhen im Wohnhaus sind niedriger als in den beiden Bürogebäuden und die Nutzlasten geringer. Im Sinne der Anforderungen an den baulichen Schallschutz mussten die Wohnungstrennwände massiv in Beton und Mauerwerk ausgeführt werden. Die geringere Geschosshöhe erlaubte die Planung von drei zusätzlichen Geschossen bei gleichen Gebäudeaußenabmessungen wie bei den Bürogebäuden. Die Abfangebene befindet sich beim Wohngebäude im elften und die vier zurückgesetzten Penthousewohnungen mit ihren großzügigen Dachterrassen im 18. Obergeschoss, die zum Rhein hin etwa 50 Meter weit auskragen.
Trotz der geringeren Nutzlasten im Wohnungsbau musste wegen der zusätzlichen Geschosse und der schweren Massivwände aus C 60 das Eigengewicht des Gebäudes minimiert werden. Eine Reduzierung der Deckenstärke schied aus, weil damit die Durchbiegungen der Decken zu groß und für die gemauerten Wände unverträglich geworden wären. Es konnte jedoch durch den Einsatz von Leichtbeton in Verbindung mit Normalbetonplomben als Hybriddecke eine Gewichtsverringerung bei feststehender Deckendicke erreicht werden.
Hier bestand auch die besondere Herausforderung an die Befestigungstechnik. Da es für Verankerungen im Leichtbeton keine Zulassungen gibt, gab fischer ein Gutachten bei Dr. Block an der Universität Dortmund in Auftrag. Ziel war es, die Möglichkeiten eines Einsatzes der Dübel FHB II, FAZ II und SXS 10 in den Leichtbetonen LC 35/38 und LC 20/25 zu bewerten. Das erteilte Gutachten ergab, dass beim Einsatz in diesen Leichtbetonen, die Tragfähigkeiten der jeweiligen Zulassungen zur Berücksichtigung der geringeren Zugfestigkeit des Leichtbetons, um 30 % zu verringern waren. Die Achs- und Randabstände der jeweiligen Zulassungen waren um den Faktor 1,25 zu erhöhen. Die Fensterelemente wurden schließlich mit dem SXS-Langschaftdübel befestigt. Bei den Fassadenkonstruktionen kamen der fischer Highbondanker FHB II und der Ankerbolzen FAZ II, jeweils in A4-Ausführung zum Einsatz.
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