Zukunftsforscher Opaschowski blickt auf die Welt von 2030
Waldachtal, 11. Oktober 2011 - „Wie werden wir morgen leben, welchen Herausforderungen müssen wir uns im persönlichen und beruflichen Umfeld stellen?" so Gastgeber Klaus Fischer in seiner Einleitung anlässlich des Vortrags von Professor Opaschowski vor etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmensgruppe Fischer in Tumlingen. Mit Opaschowski hatte er den führenden deutschen Zukunftsforscher eingeladen, der auch die Bundesregierung berät, wenn es um die Zukunftsfragen unseres Gemeinwesens geht. Und Opaschowski enttäuschte die Anwesenden nicht. Auf der Grundlage von Untersuchungen und Beobachtungen entwickelt er seine Trendaussagen, die in den vergangenen Jahren in hohem Maße ins Schwarze trafen.
Opaschowski stellte seinen Vortrag unter die Überschrift "Die Welt im Wandel, der Mensch im Mittelpunkt". Er sieht in seiner Perspektive 2030 die Globalisierung der Arbeitsweltals erstes Motiv: Die gegenseitige weltweite Abhängigkeit werde weiter voranschreiten, Menschen werden dorthin wandern, wo es Auskommen und Arbeit gibt." Es wird für uns darauf ankommen"- so Opaschowski -" im Wettbewerb die leistungsfähigen Zuwanderer zu gewinnen". Für unsere Gesellschaft sieht er eine Leistungsexplosion der jungen Generation. Den Widerspruch zwischen Leistung undLebensgenuss für den Einzelnen sieht er nicht mehr. Eine Explosion der leistungsfähigenund motivierten jungen Menschen wird unsere Zukunft ebenso positv beeinflussen wie die Entwicklung zur längeren beruflichen Aktivität. Er sieht eine klare Trendumkehr indem die Generation der über 50 und 60-jährigen im Beruf benötigt und wertgeschätzt wird. "Die Älteren wollen und können länger arbeiten, auch weil es gut tut, gebraucht zu werden."
Die Zukunft und die Arbeitsweltwird weiblicher werden, so der Hamburger, der darauf hinwies, dass bereits heute die Frauen und Mädchen an Schulen und Universitäten die besseren seien. Dies werde dazu führen, dass Frauen auch in der Wirtschaft nach vorne treten werden.
Dies stehe nicht im Widerspruch dazu, dass mehr Frauen Kinder haben werden und die Geburtenrate wieder steige. Opaschowski, der auch als Mann der griffigen Formulierungen gilt, spricht von "Neuer Lust auf Familie".
In der Wiedererstarkung von Familienstrukturen - die allerdings bunter und vielfältiger als der alte Familienbegriff seien - sieht er einen weiteren Trend. Die Menschen wollten sowohl das familiäre Leben als Grundlage als auch die berufliche Herausforderung, dies gelte es in Einklang zu bringen. Weniger stark werde das Trachten nach materiellem Wohlstand sein, das Wohlbefinden werde sich mehr am Immateriellen, Sozialen orientieren.
Das soziale Zusammenleben werde von neuen Strukturen geprägt werden, das Wohnen werde durch gemischte Organisationsformen mit Jungen und Alten, Singles und Familien vielfältiger werden. Er sieht deshalb ein Kehrtwende im Wohnungsbau kommen, hin zu genossenschaftlichen Wohnformen, wo sich Familien und unterschiedliche Generationen zusammentun werden.
Auf den Einzelnen sieht er mehr Verantwortung zukommen, im Berufsleben werde ein Unternehmerdenken einsetzen, auch abhängig Beschäftigte würden sich zunehmend als Unternehmer in eigener Sache begreifen müssen. Aber anders als vor 10 Jahren werde dies aber nicht mehr zu stärkerer Individualisierung führen.
Opaschowski, der sich von Klaus Fischer vor der Veranstaltung intensiv über das Leitbild und die Werte der Unternehmensgruppe Fischer informieren ließ, zeigte sich überzeugt, dass Unternehmen wie Fischer auf dem richtigen Weg in die Zukunft seien. Das Bekenntnis zur permanenten Innovation, die Eigenverantwortung eines jeden Mitarbeiters und die Seriosität im unternehmerischen Handeln seien Werte, die der Sehnsucht der Menschen nach sinnhaftem Arbeiten entsprächen.
Zum Schluss ließ sich der Referent, der sich seinem interessierten Publikum auch bei den Fragen schlagfertig zeigte, auf Bitten von Klaus Fischer zu einer Vorhersage des Ergebnisses des Fußballländerspiels verleiten. Und auch da zeigte er sich recht treffsicher: Mit seiner Prognose von 2:1 lag er nur um ein Tor daneben.
|