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Befestigungsspezialist behauptet sich in der Krise – 2008 war ein Rekordjahr

fischer setzt auf Schrauben

Waldachtal, 29. Juli 2009 – Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird die Unternehmensgruppe fischer auch 2009 mit einem positiven Jahresergebnis abschließen. Den konjunkturbedingten Umsatzrückgang vom Jahresbeginn will fischer bis Jahresende weiter verringern. 2008 war das Unternehmen noch gewachsen. Neue Wachstumsimpulse erhofft sich der Befestigungsspezialist von dem neuen Schraubensortiment, das in diesen Tagen auf den Markt kommt.

Nach dem konjunkturbedingten Rückgang im ersten Halbjahr will fischer bis Jahresende die sich bietenden Marktchancen nutzen. Hohe Erwartungen hat der Befestigungsspezialist dabei an das 2700 Artikel umfassende Schraubensortiment, das per Juli in den ersten Märkten eingeführt wird – unter anderem in Deutschland. Vor allem die neuartige, äußerst wirtschaftlichePremiumschraube „fischer Power-Fast“, die durch schnelles, Kraft sparendes Eindrehen, geringe Spaltneigung des Holzes undhöchsten Verarbeitungskomfort besticht, soll die Kunden überzeugen. „Wir geben dem Handel und Handwerk damit ein von uns entwickeltes Produkt in die Hand, das gegen die besten Schrauben auf dem Markt bestehen kann. Die Kunden bekommen dabei die gewohnte fischer-Sicherheit und -Qualität aus einer Hand“, sagt Professor E.h. Klaus Fischer, Inhaber und Geschäftsführungsvorsitzender der Unternehmensgruppe fischer: „Wir sind fest davon überzeugt, innerhalb kurzer Zeit einen nennenswerten Marktanteil zu erobern. Mit unserer Innovationskraft werden wir das Schraubensortiment weiterentwickeln und es zu einem wichtigen Wachstumsfaktor für unser Geschäft machen.“

Trotz der konjunkturellen Herausforderungen sieht sich fischer bestens gerüstet, um gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen zu können. Mit Hilfe des fischer ProzessSystems (fPS), der Firmenphilosophie zur kontinuierlichen Verbesserung, wurden seit 2001 sämtliche Prozesse bei fischer stetig optimiert. Mittlerweile ist fischer schlank und flexibel aufgestellt und kann daher äußerst schnell auf veränderte Markt- und Kundenanforderungen reagieren. Deshalb hat das Unternehmen in der aktuellen Krise bisher auch auf gravierende Einschnitte beim Personal verzichten können. Zwar wurden vorübergehend Anpassungen beim Entgelt und bei der Arbeitszeit erforderlich. Auch wurde bei fischer automotive die Zahl der Leiharbeiter reduziert, befristete Verträge wurden nicht mehr verlängert. Die Auszubildenden des Abschlussjahrgangs 2009 wird fischer jedoch alle übernehmen. „Wir sehen die Krise als Chance. Wir wollen mit hoch motivierten und qualifizierten Mitarbeitern auf die Zukunft vorbereitet sein, wenn die Konjunktur wieder anzieht“, sagt Firmenchef Klaus Fischer. Für seine Prozessoptimierung hat fischer 2008 zwei wichtige Preise erhalten: den „Fabrik des Jahres – Deutscher GEO Award“ für „durchgängige Prozesse“ im Werk für chemische Produkte in Denzlingen und den „Automotive Lean Production Award“ – als beste Fabrik in der Kategorie Nationaler Mittelstand – für das Horber automotive-Werk.

Rückblick 2008

Das Jahr 2008 war ein neuerliches Rekordjahr für fischer. Der Bruttoumsatz kletterte gegenüber dem Vorjahr noch einmal um knapp drei Prozent auf 560 Mio. Euro (2007: 545 Mio. Euro). Wachstumstreiber war einmal mehr der Befestigungsbereich, der rund 80 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftete. Gegen den im Herbst einsetzenden konjunkturellen Abwärtstrend legte der Bereich bis ins Schlussquartal hinein um insgesamt über fünf Prozent zu, wobei sich das Wachstum in den letzten Monaten des Jahres bereits verlangsamte.

Auch der Geschäftsbereich fischer automotive systems verzeichnete in den ersten Monaten des Jahres 2008 zunächst eine positive Entwicklung. Im zweiten Halbjahr machten sich dann aber die konjunkturellen Auswirkungen im Automobilsektor bemerkbar. So verbuchte der Bereich im Gesamtjahr einen leichten Umsatzrückgang.

Die Gesamtzahl der in der Unternehmensgruppe beschäftigten Menschen stieg zum Jahresende noch einmal leicht auf gut 3850 Mitarbeiter (2008: 3800), wovon auch die inländischen Standorte profitierten (circa 2000 Mitarbeiter). Die Internationalisierung wurde ebenfalls erfolgreich fortgeführt. Mit drei Neugründungen stieg die Zahl der Landesgesellschaften auf nunmehr 33 in 30 Ländern – weitere werden folgen. Die Erweiterung des Produktionsstandortes in Tschechien wurde im Herbst 2008 eingeweiht. Aus der Belegschaft kamen 14,41 Patenten auf 1000 Mitarbeiter. Damit konnte fischer seine Innovationskraft noch einmal erhöhen und Rang 3 unter den großen Patentanmeldern in Deutschland behaupten. „Innovation bedeutet bei uns jedoch weit mehr als die Summe aller Patente“, betont Klaus Fischer.

Geschäftsjahr 2009

Das Geschäftsjahr 2009 ist dagegen deutlich verhaltener angelaufen. Dabei wirkte sich nicht nur die globale Wirtschafts- und Finanzkrise zunehmend auf den Befestigungsbereich aus. Auch die ungewöhnlich lange kalte und schneereiche Witterung ließ in den wichtigsten mitteleuropäischen Märkten zahlreiche Bauprojekte in Rückstand geraten. Die Zurückhaltung des Handels beim Bestellen neuer Ware, Wechselkursverschiebungen und Kreditengpässe bei den Kunden sowie der Einbruch einzelner Märkte wie etwa Spanien waren weitere wachstumshemmende Faktoren.

Als Reaktion auf die drastisch veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat fischer bereits Ende 2008 Schritte eingeleitet, die sicherstellen sollen, dass auch in diesem Jahr ein befriedigendes Ergebnis erzielt werden kann.

Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass die eingeleiteten Schritte in die richtige Richtung gehen. Nach dem Umsatzeinbruch im Startquartal haben sich die Erlöse der Unternehmensbereiche in den Folgemonaten immer mehr dem Vorjahresniveau angenähert. Im Juli liegen die Umsätzeim Befestigungsbereich erstmals über dem Vorjahr. Insgesamt rechnet fischer mit einem stärkeren zweiten Halbjahr.

Die verschiedenen Geschäftsbereiche und internationalen Märkte entwickeln sich dabei derzeit sehr unterschiedlich. Im Befestigungsbereich konnten die Umsatzrückgänge in den letzten Monaten immer weiter verringert werden. Einzelne Märkte konnten dabei sogar zulegen, vor allem in Asien, Australien und Lateinamerika. Auf der Produktseite entwickelte sich insbesondere der Bereich chemische Verankerungen sehr positiv, der schon in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat.

Schwieriger gestaltet sich die Situation in der Automobilsparte. Da fischer automotive ausschließlich in der Erstausrüstung Fahrzeughersteller und Systemzulieferer beliefert – vor allem deutsche Premiumkunden –, ist der Interieurspezialist stark von den OEMs abhängig. Diese wiederum haben im Frühjahr ihre Produktion besonders stark gedrosselt, um Bestände abzubauen. In der Folge blieben die Umsätze von fischer automotive deutlich hinter den Vorjahresergebnissen zurück. In den letzten Wochen sind allerdings erste Zeichen einer leichten Entspannung zu beobachten.

Leicht rückläufig entwickelte sich der Personalstand. Derzeit sind noch knapp 3750 Mitarbeiter bei fischer beschäftigt (minus drei Prozent). Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Leiharbeiter reduziert wurde, befristete Verträge nicht verlängert und frei werdende Stellen nicht wieder besetzt wurden. Angesichts des Umsatzrückgangs mussten an den deutschen Standorten vorübergehend die Arbeitszeit und das Entgelt angepasst werden. Vor allem im automotive-Bereich wurde dabei auf Kurzarbeit zurückgegriffen – von Monat zu Monat mit anderen Regelungen. Im Befestigungsbereich konnte hingegen in den letzten Monaten fast vollständig auf Kurzarbeit verzichtet werden. Stattdessen wurde auf die Möglichkeit des Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie zurückgegriffen, der eine vorübergehende Kürzung von Arbeitszeit und Entgelt erlaubt. Seit Juli ist der gesamte Befestigungsbereich wieder zur normalen Arbeitszeit- und Entgeltregelung bei fischer zurückgekehrt.

fischer wird auch alle Auszubildenden übernehmen, die ihre Ausbildung in diesem Jahr abschließen.Die Verträge der Azubis, die im letzten Jahr befristet übernommen wurden, wurden bis zum Jahresende verlängert. Im Herbst werden wieder rund 40 junge Menschen ihre Ausbildung bei fischer beginnen. Seit Herbst 2008 bildet fischer zudem zwölf Mitarbeiter in einem internationalen Förderpool zu Nachwuchsführungskräften aus. „Investitionen in Aus- und Weiterbildung sind Zukunftsinvestitionen. Würden wir hier sparen, würden wir an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen“, begründet Firmenchef Klaus Fischer das Engagement. fischer intensiviert daher auch seine Unterstützung außerbetrieblicher Bildungsprojekte – etwa KiTec und Kiewi (Kinder entdecken Technik bzw. Wirtschaft). Seit dem Frühjahr unterstützt fischer zudem sieben Kindergärten mit dem Projekt Erzählwerkstatt, in dem Sprache und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern gefördert wird. „Wer in Deutschland die Bildung verbessern will, muss möglichst früh ansetzen. Gerade Kinder im Vor- und Grundschulalter sind besonders aufnahmefähig. Sie müssen gefordert und gefördert werden. Genau das tun wir mit diesen Projekten“, sagt Klaus Fischer.


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